Ausgeglichenheit,  Zufriedenheit

Angst als Begleiter im Alltag

Angst hält uns am Leben. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Psyche. Denn sie bewahrt uns vor Fehlern und sie schützt uns davor, in Gefahrensituationen zu geraten. Angst ist im Grunde ein Beschützer. Allerdings schafft die Angst auch Probleme. Und zwar dann, wenn die Angst dafür sorgt, dass wir nicht mehr normal funktionieren. Manchmal lähmt sie uns und manchmal sorgt Angst dafür, dass wir nicht mehr in der Lage sind, einen normalen Alltag zu leben. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig nicht zuzulassen, dass die Angst unseren Alltag kontrolliert. Wir müssen Herr über unsere Ängste sein, damit wir im Alltag mehr Zufriedenheit erleben. Funktionieren soll der, damit wir entspannt sind und unter weniger Stress leiden.

Welche Angst ist gemeint?

Angst ist nicht gleich Angst. Es gibt viele Ausprägungen von Angst. Dies bedeutet, dass dieses Gefühl nicht bei jedem Menschen gleich aussieht und nicht in gleicher Weise für alle Dinge im Alltag empfunden wird. Sie kann die Funktion erfüllen eine Gefahr zu zeigen und uns vor einem Fehler zu bewahren. Und so kann Angst wiederum zu einer bestimmten Form von Motivation führen. Angst zeigt sich zunächst auf vielen verschiedenen Wegen, um basierend auf unserer Erfahrung eine Lösung für eine Frage zu finden. Angst kann sich

  • durch Befürchtungen ausdrücken,
  • auf einen Gegenstand oder ein Tier bezogen sein,
  • frei im Alltag einstellen,
  • kann vor einer Situation entstehen oder auch,
  • vor einer Begegnung mit einer Person.

Die Psychologie lehrt uns, dass es viele Ängste gibt, die teils erlernt sind und teils in Verbindung mit unserem Lebenserhaltungstrieb stehen.

Angst vor dem Fallen, vor Verletzungen oder Angst vor Unfällen halten uns zum Beispiel länger am Leben.

  • Angst vor Spinnen,
  • vor engen Räumen,
  • vor großen Plätzen oder
  • vor Menschenmengen

ist jedoch oft überhaupt nicht nötig und blockiert uns. Oft lernen wir von den Eltern einige Ängste, wenn diese sehr ängstlich gegenüber bestimmten Handlungen oder Dingen erleben. Einige Ängste sind hierdurch recht einfach zu beseitigen, sofern sie nicht das Überleben betreffen.

Das Selbstbewusstsein leidet unter Angst

Angst begleitet uns womöglich schon seit der Kindheit und geht im Übergang zum Erwachsenenalter nicht verloren. Dies mag viele Auswirkungen auf uns haben. Es kann das Selbstbewusstsein betreffen und uns zeigen, dass wir den Alltag nicht genauso gut bewältigen, wie andere Menschen dies können. Unser Selbstbewusstsein und unser Selbstwertgefühl können wir jedoch stärken, indem wir aktiv mit uns arbeiten. Mit einer einfachen Anleitung ist es möglich über einen bestimmten Zeitraum hinweg einige Ängste zu beseitigen.

Hierdurch erlangen wir nach und nach mehr Sicherheit. Wir erleben, dass wir uns mit mehr Sicherheit mehr Situationen zutrauen. Vielleicht beginnen wir sogar ein neues Hobby oder verändern unsere berufliche Laufbahn. Das Selbstbewusstsein leidet insofern unter Ängsten, weil wir durch einen Lernprozess gelernt haben, dass die Angst vor einer Situation und die Angst diese nicht zu bewältigen stärker sind. Lernen wir aber, dass wir durch eine bestimmte Vorgehensweise erfolgreich sein können, erhalten wir die Möglichkeit unser Selbstbewusstsein zu steigern und dann auch mehr Situationen zu meistern.

Lernen Angst zu beseitigen

Mit kleiner oder sogar großer Angst muss aber niemand leben. Denn es finden sich zahlreiche Lösungen gegen Situationen der Angst, gegen Angst vor bestimmten Handlungen oder gegen Angst vor Gegenständen. Es treten immer wieder neue Ängste auf. Diese sollten bekämpft werden und mehr Selbstsicherheit gewonnen werden. Denn siegt die Angst einmal, werden zum Beispiel viele schöne alltägliche Situationen gemieden. Soziale Angst ist ein beliebtes Beispiel für unliebsame Ängste. Meist dreht es sich auch nicht nur um eine Angst allein, die uns quält, sondern vielleicht um eine Verkettung von Ängsten. Vielleicht auch Versagensängste?

Wir bewältigen eine Situation wahrscheinlich nicht und meiden diese daher lieber. Nicht wenige Menschen meiden

  • Treffen mit anderen Menschen,
  • meiden Hobbys oder
  • meiden Veranstaltungen aus Angst,

dass hier etwas für sie selbst nicht gut geht. Es könnte vielleicht etwas falsch verlaufen und könnte zu einem Nachteil für sie werden. Dann tritt Angst in einem übertriebenen Maße auf und sollte langsam behandelt werden. Hierfür gibt es beispielsweise sehr einfache Übungen, die schrittweise vermittelt, wie eine Angst beseitigt werden kann. Allerdings verpassen viele Menschen dann die wichtigsten Dinge im Leben und verlieren so ihren Lebensmut. Angst behindert hierdurch die Freude in unserem Leben. Gehen wir Schritt für Schritt gegen unsere Ängste vor, dann erleben wir letztendlich weitaus mehr Freude und leben schlussendlich mit weniger Ängsten unbeschwerter.

 

Angst durch Spaß und Freude ersetzen

Positive Gefühle sind besser als Angst. Aus diesem Grund sollte Angst nicht länger gelebt werden, sondern durch andere Gefühle ersetzt werden, die den Alltag schöner werden lassen. Ein aktiver, lebendiger und abwechslungsreicher Alltag bereitet mehr Freude als ein trister Alltag, der sich nach eintönigen Mustern richtet, die aber Sicherheit erzeugen. Sicherheit ist auch dann vorhanden, wenn neue und unbekannte Situationen aufgesucht werden. Dabei sind viele Situationen aber keineswegs gefährlich. Auch ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass wir Fehler begehen. Somit wäre also kein Grund zur Angst vorhanden.

Allerdings haben wir gelernt Angst zu haben und müssen diesen Lernprozess wieder umkehren. Gerade auch gegen das Phänomen der sozialen Angst sollte angekämpft werden. Denn soziale Netzwerke sind wichtig, wenn es um die individuelle Lebensgestaltung geht. Hierbei gilt es, dass Gefühl einer Angst in Bezug auf eine Situation oder eine Sache nicht in eine Leere zu führen, sondern Freude durch einen Erfolg zu vermitteln. Es gilt nicht zu vermeiden oder eine Angst schöner auszumalen, sondern für eine gewöhnliche Situation eine positive Normalität zu schaffen. Natürlich macht dies auch nur Sinn, wenn es sich nicht um eine lebenserhaltende Angst handelt.

Quelle: Philip G. Zimbardo, Richard J. Gerrig u.a.: Psychologie. Pearson Education Deutschland (Hallbergmoos) 2008. 18., aktualisierte Auflage.