Glück,  Persönlichkeit,  Zufriedenheit

Besitztümer führen zum Glück?

Eine Frage, die schon zahllose Menschen gestellt haben und mit der man sich schon im 5. Jahrhundert vor Christus beschäftigt hatte. Nicht wenige Menschen verbinden Glück und Glücklichsein mit ihrem Vermögen oder ihrem Besitz. Andere Menschen sehen sich selbst eher unglücklich, weil sie über weniger Reichtum und Besitz vermögen, als andere Menschen. Reichtum sollte jedoch nicht das Ziel allen Strebens sein.

Warum soll Reichtum zum Glück führen?

Wäre es klug, wenn Reichtum allein das Glück eines Menschen definiert? Im Grunde sollte es noch weitere Werte und Inhalte geben, die ein persönliches Glück bestimmen und formen.

Tun wir schon genug für unser Glück?

Sind wir zugemüllt?

Ist ein kleiner Besitz der Gipfel allen Glücks?

Es ist bestimmt eine Überlegung wert, was für uns selbst der Reichtum bedeutet. Letztendlich findet Glück im Moment statt und wir stellen Glück natürlich auch in einen übergeordneten Zusammenhang. Eine nicht mehr enden wollende Zahl an Ratgebern befasst sich bereits mit genau diesem Thema, mit dem Ausmisten und mit einer Bewertung von Gegenständen und von Reichtum an sich.

Eine Suche nach dem Glück

Auf der Suche nach einem Gefühl von Glück finden sich viele Erfahrungen und Werte, die eine Rolle spielen mögen. Schon die Religion sagt, dass das Glück an sich im Glauben und in der Liebe zu finden wären. Der Volksmund weiß, dass das Glück in Freundschaften und in der Liebe zu finden ist. Und dennoch suchen nicht wenige Menschen nach ihrem Glück im Bereich der Finanzen. Bestimmt ist es kein Fehler, im Alter ausreichend Geld zu haben und kein schlechtes Leben zu führen. Doch ist es vielleicht nicht nötig ein Millionär zu werden. Viele Menschen sind in der heutigen Zeit auch glücklich, obwohl sie nicht endlos viel Geld haben. Glücklichsein in einer Gemeinschaft erscheint zunächst viel wichtiger. Wirklich gute Freunde helfen und sind bestimmt auch für jemanden da, wenn einmal Hilfe benötigt wird.

Einige Gedanken zu den Stoikern

Die Suche nach Glück und Überlegungen zum wahren Glück gibt es seit Bestehen der Menschheit. Aufzeichnungen gibt es hierzu etwa von den Stoikern. Sie glaubten schon früh daran, dass massiver Reichtum nicht der Schlüssel zum Glück sein könne. Die Stoiker waren bereits so weit zu sagen, dass ein Leben in Genuss und Bescheidenheit zugleich geführt werden könne. In dieser Denkrichtung ist es also keineswegs verboten zu genießen. Und doch ist Bescheidenheit ein Teil des Lebens. Das Streben nach mehr muss eine Grenze haben. Auch Menschen mit weniger viel Glück in Job und Finanzen sollten sich dessen bewusst sein, dass sie nicht unglücklich sein müssen. Vielleicht sollten wir heute auch die Mitte zwischen Abstinenz und Besitz suchen, um unser Glück zu finden?

Immerhin erleben die Menschen den höchsten Gewinn für sich selbst im Erleben und nicht im Besitz. Umso besser, wenn ein Mensch also einmal vor die Türe kommt und auf andere Menschen trifft. Bildung und neue Informationen mögen schon einmal wichtiger sein, als der reine Besitz. Zahlreiche antike Denker waren der Meinung, dass Glück nicht allein von der Materie her rühren kann. Diogenes von Sinope, ein griechischer Philosoph aus der Zeit um 410 vor Christus, trieb diesen Gedanken so weit, dass er sich dazu entschied nur in einer fassähnlichen Tonne zu wohnen. Dort wollte er nichts anderes aufbewahren, als einen einfachen Becher. Der Denker fand darin scheinbar sein Glück oder kam seiner ganz eigenen Glückseligkeit recht nahe. Letzten Endes entscheidet jeder also selbst, worin das persönliche Glück liegt. Aber erstaunlich ist es doch, dass bereits vor so langer Zeit ein Zusammenhang zwischen Glück und Besitztümern oder Reichtum hergestellt wurde.

Bescheidenheit und Besitztümer

Man glaubte in dieser frühen Zeit, dass der Besitz nicht im Mittelpunkt stehen kann, damit ein Einzelner sein persönliches Glück erlangt. Hat ein Mensch keinen Besitz, so führt dies auch nicht zu einem Verlust oder zu dem Empfinden, dass etwas verlorengeht. Der Mensch hat viel mehr Zeit, um autark zu werden und um sich mit Bildung zu beschäftigen. Bildung wiederum sorgt für ein Fortkommen und für Unabhängigkeit. Für Stoiker war Reichtum sogar nur ein vermeintliches Glück. Das Streben nach Gewinn kann sogar einen Schaden verursachen, ob dieser nun

  • gesundheitlich sein mag,
  • in Bezug auf das Vermögen eines Menschen oder
  • in Verbindung mit dem sozialen Umfeld.

Ein Mensch mit hohem Gewinnstreben macht sich stets von anderen Menschen abhängig und muss auf die Gunst anderer Menschen hoffen. Diese Gedanken sind in der heutigen Zeit immer noch vorhanden. Denn jeder Mensch muss mit äußerster Vorsicht sein Hab und Gut beschützen. Folglich macht es nicht unbedingt glücklich, wenn das Leben sich nur noch um Schutzmaßnahmen für den eigenen Besitz dreht. Von antiken Denkern könnte man sich sicherlich „eine Scheibe abschneiden“. Es muss also noch andere Quellen von Glück geben, so wie sie jeder Glücksratgeber nahelegt.

Belastung durch Besitz

Nun aber einmal fern ab von der Philosophie und von allen Denkrichtungen. Pragmatisch betrachtet ist ein großer Besitz ein Klotz am Bein. Wer kann schon endlos viele Dinge aufbewahren und sich laufend um seinen Besitz kümmern. Besitztümer müssen gereinigt werden, eine große Wohnung kostet so betrachtet mehr Geld und wehe, wenn ein Umzug naht. Im Grunde ist es die geistige Beschäftigung, die großen Reichtum verspricht. Menschen mit umfangreicher Ausbildung und mit vielen Abschlüssen und Zertifikaten besitzen letztendlich sehr viel.

In diesem Zusammenhang müssen sie keineswegs über viele Güter verfügen. Immerhin schimpfen viele Menschen über die Staubfänger Zuhause. Und doch schaffen einige Dinge jede Menge Gemütlichkeit. Sicherlich ist es eine Kunst darüber zu entscheiden, welcher Besitz glücklich macht und welche Dinge einfach nicht sein müssen. Vielleicht macht ein übertriebenes Sammelsurium an Kleidung, Schuhen, Handtaschen oder Dekorationsgegenständen überhaupt nicht glücklich. Einige Überlegungen zum Glücklichsein sind also keinesfalls falsch.

Glück durch geistige Beschäftigung

Die meisten Ratgeber sind der Meinung, dass

  • Lernen,
  • Lesen,
  • geistige Beschäftigung und
  • Freundschaften

das Wurzelgeflecht für ein glückliches Leben sind. Diese Dinge verankern uns fest. Eigentlich ist dies Alltagswissen und wir sind uns dessen absolut bewusst. Jede Frauenzeitschrift rät es uns. Interessanterweise verleiten die Werber und Marketer uns laufend zum Konsum und dazu, dass wir nach vielen Dingen streben, die wir möglicherweise doch nicht unbedingt benötigen.

Folglich wäre es gar nicht einmal verkehrt, sich gegen den ständigen Konsum zu stemmen und zu überlegen, ob es nicht Themen gibt, die uns wirklich bereichern. In der geistigen Beschäftigung finden sich mit großer Sicherheit Inhalte, die uns im Leben vorantreiben und ein echter Gewinn sind.

Dazu sage ich:

Spaß an geistiger Beschäftigung wird jeder Mensch haben, wenn erst einmal das richtige Thema gefunden ist.

Dies vor allem in dem Sinne, dass sich ein Menschen in einem anderen sozialen Umfeld bewegt, als ohne Bildung.