Ausgeglichenheit,  Erfolg,  Motivation,  Zufriedenheit

Deine Sprache verändert Deine Einstellung

Der Begriff NLP liegt in aller Munde. Die Neuro-Linguistische Programmierung beschäftigt sich mit zahlreichen psychologischen Grundsätzen und verbindet diese mit Schamanismus und weiteren Theorien. Schon der Begründer von NLP, Richard Bandler, hat verstanden, dass intelligente Denkansätze, die so manche Grenze sprengen, Probleme lösen können. Diese Konzepte richten sich teils auch nach der sprachlichen Verwendung.

NLPler bewegen sich auf der Landkarte des Anderen und sie bedienen sich erfolgsorientiert auch an der Sprache der Gesprächspartner oder wenden Sprache, ähnlich einem Verkäufer, möglichst positiv an. Ein einzelner sprachlicher Ausdruck kann das Denken in eine gewünschte Richtung lenken. Hierbei ist solch ein Begriff mit einer positiven Idee verbunden. Aber nicht nur im NLP werden schlaue Konzepte verfolgt. Rund um die Sprache haben sich zum Beispiel bereits Religion, Sprachwissenschaftler und Psychologen viele Gedanken gemacht. Sie führen uns näher zu einem Verständnis für die Verwendung von Sprache und für eine gezielte Beeinflussung unserer eigenen Gedanken.

Studien zur Sprache

Inzwischen beschäftigt sich eine Vielzahl von Studien, speziell aus den Sprachwissenschaften, mit der Wirkung von Sprache und mit der Veränderung der Einstellung des Menschen durch einen bestimmten Sprachgebrauch. Überschneidungen mit der Psychologie führen uns zu einer Studie, deren Ergebnisse aus dem März 2015 stammen. Sie wurde von dem Linguisten Panos Athanasopoulos geleitet. Ihre Ergebnisse sind interessant und führen uns zu einem sehr wichtigen Grundsatz einer gedanklichen Beeinflussung. Die Studie wurde an der Universität Lancaster durchgeführt.

Im Ergebnis zeigt diese Studie, dass englische native-speaker anders denken, als deutsche Muttersprachler. Im Englischen konzentriert sich das Denken bei Beobachtungen und Beschreibungen laut Studie vielmehr auf einen Handlungsverlauf. Im Deutschen konzentrierten sich die Versuchspersonen auf das Ziel. In einer kleinen Versuchsanordnung wurden den Probanden beispielsweise drei Videos gezeigt, die sie dann beschreiben sollten. Die Zusammensetzung der Testpersonen bestand aus

  • 15 britischen native-speakern,
  • 15 deutschen Sprechern und
  • 30 zweisprachigen Personen.

Diese kleine Erhebung ist auf Grund der minimalen Größe nicht auf die Gesamtheit zu übertragen. Ein Zitat aus der TAZ, die die Studie beschreibt, spricht von einem „höchst adaptiven und flexiblen menschlichen Konzeptualisierungssystem, dass entschieden von der Sprache beeinflusst wird.“.

Ein Sprecher kann schlussendlich nur so denken, wie sein Sprachgebrauch es ihm ermöglicht. Vergessen wir dabei nicht, dass Sprecher aus sozialen Schichten, einem individuellen und meist regionalen Umfeld, einer Kultur, aus einem Geschlecht und aus einer Altersgruppe stammen. Sprache ist komplex und es finden vielzählige Faktoren, die den Sprachgebrauch eines Sprechers beeinflussen.

Sprache beeinflusst das Denken

Kennen wir beispielsweise nur ein Wort für einen Gegenstand, können wir den Gegenstand nicht mit einem anderen Begriff beschreiben, es sei denn, wir würden den Gegenstand anders umschreiben. In der englischen Sprache finden sich teils zahlreiche Begriffe für einen Gegenstand oder für Handlungen und Vorgänge. Hierbei verändert sich womöglich die Perspektive auf eine Sache. Und selbst, wenn es aber nur einen Begriff gibt, so kann dieser auf positive oder negative Weise eingesetzt werden. Dabei entscheidet der sprachliche Kontext, ob die Bedeutung eines Begriffs verändert oder beibehalten werden soll.

In seiner semiotischen Theorie aus dem „Cours de Linguistique Général“ (1916) erörterte der Wissenschaftler Ferdinand de Saussure, dass Sprache arbiträr ist und auf einer Konvention beruht. Das Wort benennt er hierbei als signe oder auch als sprachliches Zeichen. Das sprachliche Zeichen ermöglicht die Anwendung eines mentalen Konzeptes. In dieser Theorie wird beschrieben, dass es für ein Wort, so wie wir es kennen eine signifiér und einen signifiant gibt. Im Englischen werden diese Termini als signifier und signified und im Deutschen als Signifikat und Signifikatum bezeichnet. Denkt man beispielsweise an einen Baum, dann gibt es ein grundlegendes Konzept für ein Standard-Modell eines Baumes, ein gelerntes Wort für den Baum und eine sprachliche Umsetzung für das Wort.

     

               Baum

 

 

Nun ist es so, dass wir über ein sprachliches Konzept unser Denken scheinbar beeinflussen können. Denken wir an positive Worte, so erscheint es, als würden wir unser Denken damit in eine bestimmte Richtung lenken. Wir denken bei einem konventionellen Baum nicht an eine verkrüppelte kleine Pflanze, sondern an einen wunderschönen, saftigen, kräftigen, grünen, schimmernden Baum. Diese Art zu denken haben bereits der Buddhismus und zahlreiche weitere Religionen für sich entdeckt.

Glauben und Sprache

Im Glauben sind Grundsätze, wie jener, schon lange verhaftet. Seit vielen Tausend Jahren orientieren sich die Menschen an einem positiven Denken. Zu solch einem positiven Denken gehört ebenso ein sprachlicher Aspekt. Ein weithin bekanntes Sprichwort aus dem jüdischen Talmud lautet verkürzt etwa

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden dein Handeln. Achte auf dein Handeln, denn es wird dein Schicksal“.

Auch der buddhistische Glauben verfolgt solch ein Denken. Unterschiedliche Gesellschaften erkannten folglich schon früh, dass es wichtig ist, eigene Gedanken in eine bewusste Bahn zu lenken.

Eine Schlussfolgerung

Positives Denken leitet uns. Haben wir eine positive Vorstellung von einem Baum, dann denken wir auch unsere folgenden Gedanken positiv weiter. Diese Gedanken kann jeder für sich weiter verfolgen und ihn zu jeder Zeit testen. Übungen sind in der Bahn möglich, an der Ampel oder vielleicht beim morgendlichen Kaffee. Wir können uns dort nicht nur positive Gegenstände vorstellen, sondern die Verwendung einer positiven Sprache trainieren.

 

Quelle:

http://www.taz.de/!5009093/

Satir, V. (1990). Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz. Konzepte und Perspektiven familientherapeutischer Praxis. Paderborn: Jungernmann Verlag.

Saussure, F. de. Cours de linguistique générale. Zweisprachige Ausgabe französisch-deutsch, mit einer Einleitung, Anmerkungen und Kommentar, hrsg. von Peter Wunderli. Tübingen: Narr 2013.