Ausgeglichenheit,  Energie

Motivation für das Office

Die Kunden nerven vielleicht schon wieder und es entsteht das Gefühl, dass viele unangenehme Menschen Arbeit anfragen. An solchen Tagen ist die nötige Motivation ein absolutes Muss. Fehlt sie, scheint der Tag nicht mehr enden zu wollen und man fühlt sich vielleicht schwach und lustlos. Und doch gibt es einige Tricks, damit der Arbeitstag schöner wird. Am besten wird die Wahrnehmung eines Menschen hierfür so verändert, dass der Stress besser von einem abfällt.

Unsere Wahrnehmung

Nach dem Filtermodell von Broadbent aus dem Jahr 1958 werden Informationen so aufgenommen, dass es nicht zu einer Reizüberflutung kommt. Das ist wichtig zu wissen, weil wir viele Informationen einfach so aufnehmen, ohne dass wir es bewusst wissen. Dr. Peter Neumann hat dieses Modell noch durch weitere Annahmen erweitert. In unserer unbewussten Wahrnehmung nehmen wir nämlich viele Reize auf und formen daraus eine Meinung oder ein Gefühl.

Zunächst werden Reize aus der Umwelt über die entsprechenden Sinnesorgane des Menschen aufgenommen, werden dann gefiltert und werden beispielsweise

  • Gefühlen,
  • Motiven und
  • Werten

zugeordnet. Die Augen beispielsweise sehen etwas, die Ohren vernehmen Geräusche oder es wird etwas gerochen oder gefühlt. Wir benötigen davon jedoch nicht die gesamte Information. Daher wird diese gefiltert. Das hat sehr wohl etwas mit der Motivation zu tun. Gefällt uns nämlich etwas nicht, rebelliert es in uns. Die Motivation geht verloren und großer Unmut könnte sich ausbreiten. Daher ist es sinnvoll, möglichst bewusst gegen solch einfache Impulse vorzugehen.

Die Wahrnehmung gegenüber anderen Menschen

Aus unseren Sinneseindrücken heraus entsteht vielleicht das Gefühl, dass wir einen Menschen nicht mögen oder dass uns eine Situation nicht behagt. Aus diesem Bewusstsein heraus müssen wir aber versuchen, unsere Wahrnehmung gezielt zu steuern und solch ein aufkommendes Gefühl auf eine positive Weise zu unterdrücken. Es ist nicht sinnvoll, wenn ein Mensch nur einem aufkommenden Gefühl folgt, ohne dass der Verstand auch mit eine Entscheidung trifft.

Das Gebot der Toleranz schreibt uns zumindest vor, andere Menschen freundlich zu behandeln. Motivation in einer unangenehmen Umgebung wird auch nicht aufkommen. Dies mag schwierig sein, wenn wir bestimmte Menschen in einer Situation nicht angenehm wahrnehmen können und sich hierdurch ein schlechtes Gefühl ausweitet.

Oder wir denken, um uns einfacher daran zu erinnern, an den „Kategorischen Imperativ“ von Immanuel Kant.

„Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“.

Schon Immanuel Kant hat gefordert, dass wir uns überlegen sollen, wie wir gern behandelt werden möchten. Und so sollen wir auch andere Menschen behandeln. Dies impliziert wiederum, dass wir zu uns selbst freundlich sind, so die Theorie. Und auch viele Theoretiker haben später entschieden, dass es wichtig ist, dass wir unsere Kollegen und auch die Kunden als freundlich wahrnehmen. Darüber hinaus hat der Buddhismus schon immer davon gesprochen, dass allen Menschen mit Freundlichkeit begegnet werden sollte.

Es gibt einige Methoden, die uns bei solch einer Wahrnehmung helfen. Dabei lassen sich ungute Gefühle gut auflösen und wir lernen eine neutrale Position einzunehmen. Jeder von uns sollte üben, einen Menschen mit unschöner Kleidung oder sonstigen Makeln, die nicht gefallen, trotzdem angenehm zu finden. Am besten wird der Kunde oder Kollege Schön-geredet.

Eine Studie der Uni Jena

Am besten schaffen es Mitarbeiter viel Freundlichkeit zu zeigen, die unbedingt echt wirken sollte. Unechte Freundlichkeit wird sofort bemerkt. Kunden und Kollegen honorieren nur ein echtes freundliches Verhalten. Schaffen wir es also, gute Laune in uns aufzubauen, dann wird dies belohnt. Eine Studie der Uni Jena hat dies vertieft untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass Kunden nur auf echte Freundlichkeit reagieren.

Positive Worte für einen anderen Menschen verhelfen uns zu einer anderen Perspektive gegenüber diesem Menschen. Aus diesem Grund sollten wir eine künstliche und bewusst freundliche Ansicht zu anderen Menschen aufbauen. Hilfreich ist natürlich immer auch die Freude am Umgang mit anderen Menschen allgemein.

Die Wahrnehmung gegenüber der Arbeit

Wir erlangen mehr Motivation für den Arbeitsalltag, wenn unsere Wahrnehmung ganz bewusst in eine andere Bahn lenken. In jeder Burnout-Fibel stehen solche Tipps. Sie befassen sich speziell mit der Wahrnehmung. Ist das Glas halb voll oder halb leer? Ist der Schreibtisch voll mit schrecklichen Aufgaben oder gibt es viele interessante Dinge, die zu erledigen sind. Oftmals ist es die Perspektive, die bei einer besseren Stimmung eine wichtige Rolle spielt. Sagen wir uns, dass Dinge Rosa sind, fühlt es sich schöner an.

Häufig muss dies sehr oft gesagt werden, aber gut. Wir kennen sicherlich die berühmten Coachings für Sales-Experten, die sich vor dem Spiegel sagen „Ich bin toll, ich bin erfolgreich.“. Diese und andere Sätze funktionieren, weil die Einstellung sich ändert und eine freundliche Ausstrahlung entsteht. Auch leidige Arbeiten können mit einem positiven Blickwinkel ein wenig freundlicher erscheinen. Aus der Perspektive des Buddhismus kann, darf und sollte die tägliche Arbeit als eine Form von Meditation wahrgenommen werden.

Ein angenehmer Schreibtisch

Ebenfalls ein beliebter Tipp für das Büro ist eine schöne Umgebung. Nicht weil wir einen Deko-Fimmel haben und die Umgebung unbedingt hübscher machen müssen. Das persönliche Wohlbefinden steigt, wenn ein Schreibtisch nicht zu trist aussieht. Ein paar Blumen könnten helfen, ein toller Bildschirmhintergrund, warme Farben oder zumindest ein kleines Maskottchen.

Fühlt sich der Job kalt an, muss Wärme geschaffen werden. Dies geschieht am besten außerdem so, dass die Kollegen oder der Chef es nicht bemängeln können. Und funktioniert es partout nicht, dann verlegen wir genau dieses Vorhaben auf den Abend. Energie und „ein gutes Gefühl“ zu tanken, verhilft uns zu mehr Kraft im Alltag.

Ausreichend Pausen und Auszeiten gestalten

Zu viel Druck in der Arbeit ist ungesund. Insbesondere Denkpausen im nicht mehr enden wollenden Stress sind absolut wichtig. Eine Studie der Universität Michigan hat herausgefunden, dass extrem viele Mitarbeiter einem zu hohen Stress ausgesetzt sind. Im Rahmen der Studie wurde getestet, welche Art von Selbstgespräch angewendet werden muss, damit sich Stress reduzieren lässt. Denn nicht jeder Arbeitnehmer oder Selbstständige nutzt ein Home Office oder verfügt über ausreichend Auszeiten. Im Zeiten des Stresses soll es nützlich sein, in der dritten Person über sich selbst zu sprechen.

„Von sich selbst in der dritten Person zu sprechen führt dazu, dass Leute mehr über sich selbst nachdenken wie über andere Menschen.“

Jason Moser, Michigan State University

Ein Eigengespräch in der dritten Person würde nach diesem Modell eine optimale Distanz zur eigenen Person schaffen. Dabei ist es wichtig, dass ein Mensch die Gelegenheit nutzen kann, selbst ein wenig Abstand von seiner Arbeit und seinen Gedanken zu bekommen. Hierdurch reduziert sich die Belastung aus einer neutraleren Position heraus. Wir kennen sicherlich die hilfreiche Sichtweise von außen, die auch Probleme einfacher angreifbar macht.

Motivation entsteht am einfachsten an der Stelle, an der ein Mensch mit Ruhe neue Gedanken fassen kann. Ausreichend Energie für neue Aufgaben muss unbedingt vorhanden sein. Motivation in erschöpften Phasen entsteht unglücklicherweise mehr aus Angst und der Not vorhandene Aufgaben zu lösen.

 

Quelle:

Philip G. Zimbardo, Richard J. Gerrig u.a. (2008): Psychologie. Pearson Education Deutschland (Hallbergmoos). 18., aktualisierte Auflage.

Neumann, P, von Rosenstiel, L.  (2004). Markt- und Werbepsychologie. Band 2 – Praxis: Wahrnehmung, Lernen, Aktivierung, Image-Positionierung, Verhaltensbeeinflussung, Messmethoden. Fachverlag Wirtschaftspsychologie (Planegg).