Ausgeglichenheit

Perfektion, aber lieber mit wenig Stress

Perfektion ist ein Wort, welches keineswegs unbeschwert zu handhaben ist. Nicht jeder kann damit umgehen, aber sie wird überall gefordert. Wir wünschen uns stets, dass alles perfekt ist und dass alles reibungslos abläuft. Denn es finden sich viele Gelegenheiten, zu denen einfach zu viel Ärger entsteht, wenn Dinge nicht so funktionieren, wie sie sollen.

Und gerade dann kommt es vor, dass wir uns Verbesserungen wünschen. Der Arbeitgeber erhebt den Anspruch an Perfektion und auch Sie selbst sind bestimmt zur Perfektion erzogen worden. Gesund ist ein ständiges „Perfekt-sein-Müssen“ jedoch nicht.

Perfektion erzeugt viel Druck

Von diesen Grundgedanken ausgehend ist es eine gute Idee, wenn wir Lösungen finden, wie wir effizient und dennoch ohne zu viel Druck arbeiten. Mit einer guten Strategie stellen wir andere Menschen zufrieden und vermeiden vielleicht die Situation, dass ein großer Druck auf uns lastet. Am besten geraten wir in der Arbeit oder in alltäglichen Situationen überhaupt nicht unter hohen Druck.

Jeglicher Druck und viel Stress erzeugen im Körper einen messbaren Bluthochdruck und mag für manche Menschen sogar zu einem Herzinfarkt führen. Der Perfektionsdruck belastet uns in vielen Fällen überdurchschnittlich hoch und lässt uns im schlimmsten Falle auch krank werden. Ein gesunder Umgang mit

  • Stress,
  • Hektik und
  • Eile

ist daher unverzichtbar. Menschen, die immer perfekt sein müssen werden irgendwann krank, wenn es für Sie keine Work-Life-Balance gibt. So mancher Mensch kann sich an den Gedanken von Perfektion auch nicht gewöhnen.

Perfektion hält die Welt zusammen

Oft fragen wir uns:

Warum perfekt?

Brauchen Sie Perfektion?

Ist es möglich einen Alltag ohne vollkommene Perfektion in allen Bereichen zu leben?

Wann brauchen wir Struktur und Ordnung und wann geht es auch ohne diese?

Damit haben wir trotzdem auch Recht. Und doch ist Perfektion oft wichtig und unausweichlich. Und obwohl Perfektion zu einem echten Leid werden kann, funktioniert die Welt ohne Perfektion jedoch nicht. Alle Menschen erwarten, dass sie eine optimale Leistung erhalten. Und noch dazu spielt Perfektion für die persönliche Sicherheit eine wichtige Rolle. Würde niemand mehr mit möglichst viel Perfektion arbeiten, käme es laufend zu Unfällen.

Kein Gegenstand wäre mehr sicher und man könnte im Grunde nichts mehr tun, ohne mit Verletzungen und Schwierigkeiten zu rechnen. Von dieser Warte aus gibt es also keinen Grund, weswegen man nicht möglichst gut arbeiten sollte. Und doch führt Perfektion zu schweren Leiden. Denn die Nerven leiden ganz massiv unter dem Stress, der während der Arbeit entsteht. Es gilt also einen Mittelweg zu finden. Fühlt man sich selbst bereits so, als wäre kein weiterer Tag Arbeit mehr möglich, ist es dringend an der Zeit, einen langen Urlaub einzulegen. Brennen die Nerven vielleicht bereits, muss gegen diesen Zustand unbedingt etwas unternommen werden.

Das Nervensystem ist hochaktiv

Aktivität bedeutet, dass die Nerven ständig „feuern“. Es kommt kontinuierlich und vielleicht ohne eine Pause zu Nervenerregungen. Das Nervensystem muss laufend Informationen und Befehle weiterleiten. In diesem Zeitraum der Aktivität kommt es zu einer intensiven Wahrnehmung, zu ständigen Bewegungen und Handlungen, zu einer Koordination von Tätigkeiten und zu ständiger Denkleistung.

Der Körper arbeitet kurzum auf Hochtouren. Das ist anstrengend und senkt mit der Zeit die Menge der verfügbaren Botenstoffe. Diese müssen laufend neu im Körper hergestellt werden, damit die Konzentration erhalten bleibt und Informationen weiter fließen. Es ist geradezu unmöglich immer nur aufmerksam zu sein und sich zu konzentrieren. Viele Pausen sind nötig. Sollte der Körper sich aber nicht erholen können, wir der Mensch krank. Werden die Nerven stark belastet und regenerieren sie nach einfachen Pausen nicht sofort wieder.

Wenn das Nervensystem leidet

Das Nervensystem arbeitet nicht bis in alle Ewigkeit in dem Rhythmus, den die Wirtschaft gern diktieren wollte. Folglich muss jeder Mensch gegen den ständigen Druck angehen. Wichtig ist es beispielsweise, in solchen Momenten nicht weiterhin einen Becher Kaffee nach dem nächsten zu trinken. Kaffee ist bei erhöhtem Stress keinesfalls gesund. Der Körper schüttet viele Stresshormone aus und kann daher nicht auch noch Koffein gut vertragen.

Mediziner warnen in diesem Zusammenhang mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Sind die Nerven strapaziert, legen Mediziner sogar ans Herz, viel fettiges Essen zu sich zu nehmen. Gemeint sind damit aber essentielle Fettsäuren, die gesünder sind, als gesättigte Fette. Oft hilft es schon viel Wasser zu trinken, damit die Nerven stabil bleiben. Viele Menschen vergessen ausreichend Wasser im Alltag zu trinken.

Stress kommt manchmal von innen

Der Mensch muss die Warnsignale seines Körpers wirklich ernst nehmen. Gesundheitliche Probleme kommen oft daher, dass ein Mensch Stress empfindet. Interessant ist dabei, dass aber nicht unbedingt auch Stress vorhanden sein muss. Es ist traurig aber wahr, dass viele Menschen innerlich einen Druck erzeugen, obwohl eigentlich kein Grund vorhanden wäre, sich wirklich viel Stress zu machen.

Zwar muss alles gut funktionieren, damit die Welt auch weiterhin so gut weiterläuft und der Job nicht verloren geht, doch gibt es auch Grenzen. Sollten sich Menschen selbst zu viel Stress bereiten, ist es sehr wichtig, dass sie Techniken lernen, damit der Stress weniger wird. Das Problem ist dann im Prinzip nicht nur gesundheitlicher Natur, sondern auch psychischer Natur, und verlangt nach einer Lösung für den Körper.

Fehler sind menschlich

Im Grunde sollte sich aber niemand selbst strafen, wenn Fehler geschehen. Kein Mensch kann ohne Fehler funktionieren. Die sogenannte menschliche Komponente ist immer mit dabei. Auch sollte kein Mensch in einer Arbeit verweilen, in der nicht einmal eine Unterhaltung zwischen freundlichen Kollegen möglich ist. Stress ist manchmal das, was wir am wenigsten brauchen können.

Das bedeutet dann auch, dass Perfektion keine gute Forderung ist, wenn der Körper gerade nicht in der Lage ist, seine Leistung einzubringen. Irgendwann wird der Mensch nun einmal auch müde. Es kann nicht gut sein, wenn in den Momenten auch noch Perfektion verlangt ist, in denen ein Mensch nicht mehr leisten kann, als möglich. Lange Erholungspausen sind eine Forderung, die nach stressigen Phasen unbedingt erfüllt werden muss.

Entspannungstechniken nutzen

Eine große Hilfe sind dann lange Momente der Entspannung, in denen wir wieder Energie tanken und in denen wir eine Lösung für unsere Nöte finden. Zumindest sind aber kurze und intensive Entspannungsübungen ein Muss. Sie kennen sicherlich Techniken, wie die Tiefenentspannung nach Jacobson oder die Progressive Muskelentspannung.

Und immer wieder erstaunlich ist es, wie manche Menschen ihre Ernährung vernachlässigen. Leiden Menschen unter Perfektionsdruck, sollten sie nicht gleichzeitig schlecht essen. Pizza, Pasta und Weißbrot sind keine guten Mahlzeiten, wenn der Körper viel Energie und geistige Leistung benötigt.

Gut gegen Stress vorbeugen

Mediziner und Apotheken geben viele Empfehlungen, wie sich der Mensch gegen stressige Phasen wappnen kann. Umso besser also, wenn wir uns an solche Empfehlungen halten. Essentielle Fette sind dabei bereits genannt. Weiterhin benötigt der Körper viel Magnesium in stressigen Phasen, weil dem Körper und vor allem auch dem Herzen viel abverlangt wird. Wenn von Fetten die Rede ist, dann sind meist vor allem Omega-3-Fettsäuren gemeint. Diese verhindern, dass der Mensch zu schnell erkrankt und die Nerven blank liegen. Zugleich ist es eine gute Entscheidung, wenn die Leber gut arbeitet. B-Vitamine können hierfür besonders wichtig sein.

 

Quellen:

Philip G. Zimbardo, Richard J. Gerrig u.a.: Psychologie. Pearson Education Deutschland (Hallbergmoos) 2008. 18., aktualisierte Auflage. Siehe Stressmodell und Stressoren.

Auch viele Aspekte beschrieben in der Apotheken-Umschau, diverse Ausgaben zum Thema Stress und Ernährung.