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Sind Aggressionen notwendig?

Der Alltag hält Herausforderungen für uns bereit. Es gilt sich durchzusetzen und die eigene Position zu vertreten. Jeder möchte Entscheidungsgewalt und möchte Recht behalten. Ärger über bestimmte Situationen, in denen etwas gegen unseren Willen geschieht, ist an sich normal. Allerdings kann es ebenso der Fall sein, dass man selbst anders reagiert, als es in einer Situation erwünscht ist.

Warum kommt Wut auf?

Womöglich wurde das gewünschte Ziel einfachnicht erreicht. Eine Situation deckt sich nicht mit unseren Erwartungen, wir fühlen uns schlichtweg nicht gut gelaunt und eine Situation gefällt uns aus diesem Grund überhaupt nicht. Gefühle und Verstand treiben uns gern in die Irre. Es gibt trotz ärgerlicher Situationen eine Lösung. Wut und andere Gefühle lassen uns zunächst hilflos sein und wahrscheinlich sogar zu falschen Entscheidungen greifen.

Ursachen

Hilflosigkeit und Ungerechtigkeit sind meist die Ursachen für das Aufkommen von Zorn. Dabei ist die Wut jedoch nicht unbedingt gesund. Je häufiger wir zornig durch den Alltag laufen, desto mehr werden Herz und Kreislauf belastet.

Bluthochdruck ist ungesund und man selbst fühlt sich nach einem Ausbruch vielleicht sogar emotional richtig schlecht. Gefühle und Verstand gehen in zwei Richtungen. Sich zu ärgern ist wahrscheinlich die einzige Option, um gegen einen unerwünschten Zustand vorzugehen.

Gene, Kultur oder individuell bestimmt?

Das Buch Psychologie von Zimbardo erklärt zu den Emotionen, dass bereits Darwin von einer angeborenen Natur von Emotionen ausgegangen ist. In allen Kulturen werden die Emotionen fremder Kulturen gut erkannt. Emotionale Prozesse, ob nun Motivation und Freude oder Trauer und Wut, treiben uns an.

Auch Wut kann am Leben halten oder ein Antrieb für Handlungen sein. Folglich ist Wut nicht negativ. Eine Ausprägung von Wut wird in den Genen teilweise verankert sein. Sicherlich gibt es Menschen, deren Hirnchemie häufiger zu Wut führt. Männer gelten als häufiger wütend, als Frauen, was auf ihren Hormonstatus zurückzuführen ist.

Solche Gefühle entstehen im Normalfall aber nicht aus dem Nichts. Wahrscheinlich sind die Nerven ohnehin überlastet und sie werden genau in dem Moment noch weiter belastet.Der Nervus Sympathikus wird dann mitunter stark erregt, so erklärt es die Anatomie. Dieser ist aktiv bei Freude oder aber auch bei Wut. Der Körper hat zuerst keine Möglichkeit das Erregungspotential des Nervs zu senken.

Ionen werden als Botenstoffe nachgebildet und auch die Hirnanhangdrüse bildet zunächst Stoffe nach. Adrenalin und Hormone werden ausgeschüttet und auch bestimmte Botenstoffe können nicht mehr zurückgenommen werden. Wut ist zuerst einmal vorhanden, wenn uns ein Reiz oder vielmehr mehrere Reize, Motive und Verhaltensweisen dazu führen.

Wie ist das mit den Aggressionen?

Hier spielen sich komplizierte Abläufe ab, die jeder von uns vielleicht nicht vollständig nachvollziehen kann. Vielleicht erleben wir eine Eskalationsphase und eine Ausbruchsphase. Wir ärgern uns vielleicht über eine zwischenmenschliche Beziehung. Botenstoffe werden ausgeschüttet und verursachen Zorn. Überlegen hilft dann nicht sofort und der Mensch handelt impulsiv und nicht lösungsorientiert.

Zumindest teilweise ist die Wut aber mithilfe des Verstandes willentlich zu beeinflussen. Unwillkürliche Wut auf Grund von

  • Müdigkeit,
  • Alkoholmissbrauch oder
  • starker Unterzuckerung

sind hiermit ein wenig zu beeinflussen. Reagieren wir ständig wütend ist dies oftmals ein Verhalten, ähnlich einer schlechten Angewohnheit. Ständige Wut kann abtrainiert werden, sofern die Ursache der andauernden Wut nicht rein körperlich ist.

Was lässt sich sinnvoll gegen Wut unternehmen?

Manche Menschen spüren ständig Aggressionen und ärgern sich über zahlreiche kleine Vorkommnisse des Alltags. Abhängig von den persönlichen Umständen ist dies sogar antrainiert. Natürlich wissen wir, dass langjährige Alkoholiker beinahe unwillkürlich wütend werden und keine Kontrolle mehr über sich selbst gewinnen. Es gibt eigentlich keinen Grund, sich zu ärgern und doch folgt ein Ausbruch. Dabei liegen Wut und Trauer nahe beieinander, wie Psychologen bereits beobachtet haben.Wahrscheinlich führt bei einem Menschen das eine Gefühl zum nächsten.

Eine zwischenmenschliche Beziehung könnte aber besser funktionieren, wenn Menschen ihre Gedanken ganz bewusst lenken. Ein Gedanke führt uns zu einem Bewusstwerden von Gefühlen und Verhaltensweisen. Gefühle entstehen teils aus einem Denken heraus, so die Fachwelt. Umso besser, wenn zuerst ein Bewusstsein für das Aufkommen von Gefühlen entwickelt wird.

Unsere zwischenmenschliche Beziehung verbessern

Jeder von uns sollte sich fragen, aus welchem Grund er oder sie gerade wütend ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass Zorn zugleich eine Schwäche darstellt. Stärke entsteht durch Argumente und Logik. Gefühle sind kein Fehler. Sie sind natürlich erlaubt. Jedoch dürfen Gefühle nicht sinnlos den Alltag blockieren und uns schaden.

  • Hilft die Wut weiter?
  • Verbessert die Wut die Situation?
  • Behindert uns die Wut?
  • Könnte ein Lächeln besser helfen?
  • Müssen wir jetzt wütend sein?
  • Verursacht die Wut sogar Schmerzen in anderen Menschen?

Mithilfe solcher Fragen spüren wir Gefühle ein wenig anders und reagieren mit etwas Training weitaus ruhiger. Lieber werden Probleme besonnen angegangen, statt sprichwörtlich mit dem Kopf durch eine Wand zu laufen.