Ausgeglichenheit,  Energie,  Entspannung,  Selbstbewusstsein

Was verstehen wir unter Körpersprache?

Nicht jeder kann mit dem Begriff Körpersprache etwas anfangen. Denn immerhin spricht der Körper nicht laut hörbar. Wir meinen also die leisen Äußerungen, die der Körper seinem Gegenüber mitteilt. Diese hängen teils von kulturellen Prägungen ab und der Körper äußert teils Dinge, die andere Menschen nicht verstehen, wenn sie nicht gelernt wurden.

Die Deutung von Körpersprache trainieren

Um besser mit der Körpersprache anderer Menschen umgehen zu können, ist es sinnvoll auf die Körpersprache unserer Umgebung zu achten. Es können viele Bewegungen, die Mimik und die Gestik von Fremden oder Freunden interpretiert werden. Mit diesen Informationen fällt es um leichter, fremde Menschen zu bewerten oder zu beurteilen. Wir sammeln Menschenkenntnis. Am besten eignen wir uns selbst eine sichere Körpersprache an, die wir häufiger trainieren. Es gibt unterschiedliche Typen von Menschen, die uns mit ihrer Körpersprache darüber informieren, welcher Typ Mensch sie sind und was sie uns in einem Moment sagen möchten.

 

Intensität körperlicher Zeichen

Ein körperlicher Ausdruck geschieht üblicherweise mit einer bestimmten Stärke. Manche Äußerungen werden bewusst intensiv gewählt und andere wiederum mit viel Gefühl. Abhängig ist dies recht häufig von der Sympathie eines Gegenübers. Mögen wir einen Menschen nicht wirklich oder sind wir wütend,

  • verwenden wir eine abweisende Körpersprache,
  • geben die Hand nicht fest oder nicht richtig oder
  • untermalen das Kopfschütteln mit einem bösen Gesichtsausdruck.

Unbewusste und bewusste Signale werden von unserem Gegenüber aufgenommen und interpretiert. An jeder Stelle gibt es Missverständnisse. Körpersprache ist eine Konvention. Wir sind uns darüber innerhalb einer Gruppe einig, was eine Körperbewegung bedeutet. Abhängig ist dies auch von sozialen Schichten, dem Kulturkreis und vom Geschlecht.

Ein deutlicher körperlicher Ausdruck wird üblicherweise gut verstanden. Wir artikulieren uns vielleicht nicht nur mit Worten, sondern teils auch mit einem Achselzucken oder mit einer Geste. Abhängig von den Kulturen finden wir unterschiedliche Gesten. Manche Bewegungen werden mehr angedeutet oder auch teils abgebrochen. Abhängig von der Situation winken wir möglicherweise weniger intensiv oder bemühen uns darum, unsere Gedanken sichtbar werden zu lassen. Mit Freunden führen wir oft eine weniger intensive Körpersprache. Bei fremden Menschen artikulieren sich die meisten Menschen mit mehr Vorsicht, um nicht falsch verstanden zu werden.

Körpersprache von Männern und von Frauen

Wissenschaftler sind sich einig und auch im Alltag kann es deutlich gesehen werden. Anerzogene Körpersprache ist natürlich nicht gleich. Männer und Frauen unterscheiden sich sichtbar. Frauen sind zurückhaltend und Männer eher dominant und expressiv. Oft liegt das Verhalten an den Genen, an der Stimmung des Tages und auch an den Hormonen. Aber eigentlich stimmt diese Beobachtung auch noch nicht vollständig. Sonst wären ja alle Menschen in ihrer Körpersprache gleich oder sehr ähnlich.

Es ist also noch weitaus schwieriger, als man zunächst denkt. Menschen aus der Türkei zum Beispiel verhalten sich ja auch etwas anders, aber doch ähnlich. Also gibt es wohl doch ein sehr weites Einverständnis darüber, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hat. Zumindest in einigen Kulturkreisen und sozialen Schichten gibt es starke Übereinkünfte und Überschneidungen. Und zwar im Stillen. Eigentlich kurios.

Welche Körpersprache meinen wir nun aber eigentlich?

Körpersprache ist überaus komplex. Wirklich kranke Menschen verstehen Körpersprache aus diesem Grund kaum oder erscheinen uns überaus hölzern, weil sie kaum reagieren. Wir kennen eine fröhliche Körpersprache und wir kennen viele weitere Äußerungen durch den Körper. Manche Menschen wirken reduziert, zeigen sich über ihren Körper vielleicht auch traurig oder erscheinen überschwänglich und ausgelassen. Freundlichkeit und Ärger werden von uns ebenso

  • über die Haltung des Körpers,
  • die Bewegungen der Arme und Beine und
  • natürlich über die Mimik

erkannt. In der Äußerung von Gefühlen erscheinen viele Kulturen aber recht ähnlich oder funktionieren sogar gleich.

Letztendlich erkennen wir auch, was Menschen aus anderen Ländern von uns möchten oder was sie noch genauer ausdrücken wollen. Es gibt archaische Drohgebärden, die mit großer Sicherheit sofort klar werden. Ein Mensch nimmt

  • die Schultern zurück,
  • baut sich auf,
  • Gesten werden raumgreifend,
  • die Augen werden zu schmalen Schlitzen und
  • die Bewegungen hektisch.

Wir erkennen also besonders schnell, ob jemand guter Dinge ist oder uns doch lieber an den Hals gehen möchte. Ein gesunder Mensch erkennt sehr bald, in welcher Stimmung ein anderer Mensch sich befindet.

Was tun schüchterne und unsichere Menschen?

Schüchterne Menschen wirken zurückhaltend. Im Gegensatz zu expressiven Menschen zeigen sie keinen starken körperlichen Ausdruck. Expressive Menschen besitzen folglich deutliche Vorteile gegenüber stark schüchternen Menschen. Schüchterne Menschen besitzen wiederum den Vorteil, dass sie mehr Selbstbewusstsein trainieren können. Es bietet Vorteile Zuhause vor dem Spiegel ein freundliches Lächeln zu trainieren. Hier gibt es ausserdem viel Gelegenheit Statusübungen zu trainieren.

Im NLP wird beispielsweise erklärt, dass eine gerade Haltung mit zurückgenommenen Schultern und ein hoch erhobener Kopf einen selbstbewussten Status demonstrieren. Dies ist natürlich auch nicht neu. Kopf hoch, Brust raus. Schon unsere Eltern haben uns dazu häufig ermahnt. In Situationen, in denen es ohnehin nicht wichtig ist, sollten wir häufiger eine selbstbewusste Haltung trainieren. Fühlen wir uns dennoch nicht wirklich selbstbewusst, ist es sinnvoll mehr Motivation und Selbstbewusstsein zu trainieren.

Emotionale Körpersprache

Auch das Buch Psychologie von Zimbardo und anderen Autoren beschreibt viele Aspekte der Körpersprache. Wir führen unterschiedliche Ausdrücke unseres Körpers im privaten Umfeld und in der Öffentlichkeit. Philip Zimbardo beschreibt beispielsweise eine öffentliche und private Schüchternheit. Nach Erving Goffman bewegen wir uns in unterschiedlichen Räumen in eigenen Rollen und zeigen nach außen hin ein Rollenverhalten. Hierzu gehören laut der Sozialwissenschaft die Rollen als Väter, Mütter, Geschwister, im Beruf, mit Freunden oder vielleicht Rollen im Hobby.

Wir schlüpfen in eine Rolle beim Shopping und wenn wir einen Vortrag halten. Im privaten Umfeld geben wir uns sicherlich ganz anders, als dies unter Kollegen der Fall wäre. Teils liegt dies an Stressoren und teils daran, dass wir anders wahrgenommen werden möchten. So mancher Zeitgenosse übertreibt dies auch. Coolness in der Arbeit wird vielleicht häufig gezeigt, während wir privat aber weitaus ruhiger sind. Fröhlichkeit im Beruf sieht womöglich anders aus, als dies beim Feiern gesehen wird. Emotionen werden meist dosiert und dies geschieht mit viel Bewusstsein.

Die Wirkung eines emotionalen Ausdrucks

Wir kennen vielleicht alle das Temperament der Spanier und Italiener, die wild fuchtelnd schimpfen oder laut feiern. Keine Besonderheit. Denn in den beiden Ländern wird ganz bewusst mit viel Emotion gehandelt. Es ist ganz normal und vielleicht streiten die Menschen dort auch tatsächlich viel häufiger. In Deutschland oder in nördlichen, kühlen Ländern verhalten sich die Menschen jedoch anders. Dort ist man ruhiger und bewegt sich behäbiger. Das Temperament scheint deutlich kühler zu sein.

Womöglich liegt dies auch an der unterschiedlichen Sonneneinstrahlung und an unterschiedlichen Lebensbedingungen. Zwischen solch unterschiedlichen Menschen gibt es nicht selten Schwierigkeiten. Heftige Gesten und wildes Artikulieren werden oft nicht ganz positiv aufgefasst. Ruhige Menschen benötigen ein wenig Offenheit und auch ein wenig Verständnis für offenere Menschen. Die Deutschen scheinen beispielsweise verschlossener zu sein.

Ritualisierte Körpersprache in anderen Ländern

Sicherlich wissen wir, dass viele Kulturen in der Welt so manche Dinge anders machen. Die Inuit sind ein Volksstamm aus der Antarktis, die wir fälschlich auch als Eskimos bezeichnen. Diese küssen sich beispielsweise nicht, weil die Kälte sonst die Feuchtigkeit an den Lippen einfrieren würde. In der dicken Kleidung ist Körpersprache auch nur schwer zu zeigen. Küssen bei Minus 20 Grad Celcius bereitet wiederum auch Schmerzen und die Lippen könnten sogar aneinander kleben bleiben. Stattdessen ritualisieren die Inuit eine Art der „Körpersprache“ und reiben die Nasen aneinander. Manchmal scheint körperliche Sprache auch nicht nur mit Mimik und Gestik in Verbindung zu stehen. Der Kuss ist nun aber ein sehr starkes Zeichen der Zuneigung und Sympathie.

In manchen Teilen der Welt gibt es außerdem ein „Nein“, das nicht durch das Schütteln des Kopfes mitgeteilt wird. Was in Europa als ein „Nein“ verstanden wird, ist woanders ein „Ja“. In manchen Kulturen gibt es weiterhin auch keinen Händedruck als Begrüßung. Solche körperlichen Mitteilungen an andere Menschen sprechen teils ganze Bände. Wir verstehen diese Äußerungen ganz unterschiedlich und wir können unterschiedliche Dinge im Rahmen solcher Handlungen ausdrücken.

 

 

 

 

Quellen:

Goffman, Erving (1959). The Presentation of Self in Everyday Life. Garden City, N.Y. :Doubleday.

Zimbardo, P. G., Gerrig, R. J. (1999). Psychologie: Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag

https://de.wikipedia.org/wiki/Inuit, (abgerufen am 14.09.2017)

http://www.stern.de/noch-fragen/bedeutet-kopfschuetteln-eigentlich-in-allen-kulturen-das-gleiche-in-welchen-nicht-1000291472.html, (abgerufen am 14.09.2017)